Am 8. Oktober 2020 besuchte uns in Klasse 8 Alfred Berger. Er ist Schauspieler bei der „Wilden Bühne Stuttgart“, Freier Autor, Suchthelfer und macht seit einigen Jahren Suchtprävention in Schulklassen.

Seinen Besuch konnten wir nun nach der Corona bedingten Schulschließung im März nachholen.

Herr Berger war selber viele Jahre abhängig von legalen und illegalen Drogen. Er leitete die Doppelstunde mit wenigen Worten zu sich selbst ein und ließ dann die Schülerinnen und Schüler alles erfragen, was sie wissen wollten. Eine ganze Doppelstunde war es mucksmäuschenstill in der sonst sehr lebhaften Klasse. Es war eine Anspannung im Raum, ab und zu aber auch mal ein Lachen zu hören. Was Herr Berger erlebt hat, ist die Realität eines suchtkranken Menschen. Die Jugendlichen stellten Frage nach Frage und blieben dabei doch respektvoll. Herr Berger beantwortete alles – von den Gefühlen, die er in seiner Sucht und auch während des Entzugs erlebt hat oder heute, wenn er an die Zeit zurückdenkt, nach wie vor erlebt, bis hin zu der Frage, wie er an das Geld für die Drogen kam und was seine Eltern oder seine Frau zu seiner Sucht gesagt hätten. Nach dieser Doppelstunde war allen Schülerinnen und Schülern klar, dass ein Mensch, der einmal süchtig war, es immer bleiben wird. Er oder sie kann nur lernen damit umzugehen und möglichst keinen Rückfall zu erleiden. Herr Berger beschrieb auch sehr ausführlich, was ein Mensch, der süchtig wird, in der Sucht findet und was ihm in seinem Leben eigentlich fehlt. Heute rührt er keine Drogen mehr an, weil er das, was er darin hatte, durch andere Dinge und Menschen in seinem Leben gefunden hat.

Wir danken Herrn Berger recht herzlich für seinen Besuch und die vielfältigen Einblicke in sein Leben.